Kritisches Denken lernen: John A. Lists Hierarchie des Denkens

Erst Fakten sauber sortieren, dann den Kopf einschalten.

John A. List beschreibt eine Hierarchie des kritischen Denkens und zeigt, wie Lernende vom intuitiven zum analytischen Denken gelangen.

Kritisches Denken beginnt mit dem Verarbeiten empirischer Evidenz: Beobachtungen und Daten sollen genutzt werden, um Überzeugungen zu aktualisieren. Darauf baut konzeptionelles Schlussfolgern auf, bei dem einzelne Erkenntnisse zu einem logischen Gesamtbild verbunden werden.

List sieht den Wechsel von „Fast Thinking“ zu „Slow Thinking“ als trainierbare Fähigkeit. Unterricht soll Denkfehler gezielt sichtbar machen und analytisches Denken so oft üben, dass dessen kognitive Kosten sinken.

Glossar

  • Critical Thinking Hierarchy – Hierarchie aufeinander aufbauender Denkfähigkeiten

  • Fast Thinking – schnelles, intuitives Denken

  • Slow Thinking – langsames, analytisches und reflektiertes Denken

  • Empirische Evidenz – Daten und Beobachtungen als Grundlage für Überzeugungen

  • Konzeptionelles Schlussfolgern – abstraktes Verbinden einzelner Erkenntnisse

  • Kognitive Kosten – geistiger Aufwand für anspruchsvolles Denken

  • Modaler Denker / Großer Denker – Stufen innerhalb Lists Modell des kritischen Denkens