Ukraine, Geheimdienste, KI, Krebs | 13.08.26

Die wichtigsten Meldungen aus Politik, Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft vom 13. August 2026.

Politik

Deutschland weitet die Befugnisse der Geheimdienste aus

Deutschland gibt seinen Nachrichtendiensten mehr Spielraum, weil der Druck von außen wächst.

Die Regierung sieht mehr Einflussnahme durch ausländische Mächte. Mehr Befugnisse sollen die Dienste schlagkräftiger machen, werfen aber die Frage auf, wer sie kontrolliert.

Bürgerrechtler wollen Trumps zweiten Erlass zur Geburtstaatsbürgerschaft stoppen

Die ACLU zieht wieder vor Gericht, um Trumps zweiten Erlass gegen das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft zu stoppen.

Es geht darum, ob Kinder, die in den USA geboren werden, automatisch Amerikaner sind. Der zweite Anlauf zeigt, dass der Streit mit dem ersten Erlass nicht erledigt war.

Saudi-Arabien, Türkei und Pakistan schließen ein Verteidigungsbündnis

Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben ein Verteidigungsabkommen nach NATO-Art unterzeichnet.

Gegenseitiger Beistand soll festgeschrieben werden. Das rückt drei Staaten enger zusammen, die bisher nicht in einem solchen Block standen, und verschiebt die Sicherheitslage in der Region.

Die Ukraine übergibt den USA einen Friedensvorschlag

Kiew hat den amerikanischen Unterhändlern ein eigenes Friedenspapier übergeben.

Präsident Selenskyj will die Gespräche mit einem ukrainischen Entwurf prägen, statt nur auf Vorschläge anderer zu reagieren. Ob daraus ein Weg zum Waffenstillstand wird, ist offen.

Gericht in Damaskus verurteilt Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode

Ein Gericht in Damaskus hat den gestürzten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

Solange Assad nicht greifbar ist, bleibt das Urteil vor allem ein Zeichen. Es zeigt, wie die neue Führung in Syrien mit dem alten Regime umgeht.

Russland setzt hybride Angriffe gegen Deutschland fort

Russland greift Deutschland weiter im Graubereich an, ohne einen offenen Krieg vom Zaun zu brechen.

Die Frage ist, was dahintersteckt: Druck auf Politik und Gesellschaft, ohne dass ein klarer Kriegsakt vorliegt. Die Debatte liegt nah an der über mehr Befugnisse für die deutschen Dienste.

Trumps Erlass zur Masern-Impfung trifft die öffentliche Gesundheit

Ein Erlass von Präsident Trump zur MMR-Impfung gilt als Einschnitt, der die Impfquote über Jahre belasten kann.

Masern, Mumps und Röteln waren mit der Kombinationsimpfung gut in Schach. Kritiker sehen darin den nächsten Schritt einer Politik, die etablierte Impfprogramme aufweicht.

Menschenrechtsgruppen klagen gegen US-Sanktionen zum Internationalen Strafgerichtshof

Menschenrechtsorganisationen verklagen die US-Regierung wegen Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof.

Washington hatte den Gerichtshof unter Druck gesetzt. Die Kläger wollen die Maßnahmen kippen und sehen darin einen Angriff auf internationale Strafjustiz.

Wirtschaft

Nvidia will mit Großfinanziers 500 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur mobilisieren

Nvidia zieht große Geldhäuser an seine Seite, um hunderte Milliarden für Rechenzentren und KI-Infrastruktur zu bündeln.

Aus Chips wird damit ein Finanzprodukt im ganz großen Stil. Wer die Rechenzentren baut und bezahlt, bestimmt mit, wer im KI-Boom mithalten kann.

Technologie

Googles Gemini knackt die Milliarde Nutzer

Googles KI-Assistent Gemini hat die Marke von einer Milliarde Nutzern erreicht.

Damit steht Gemini in einer Liga mit den ganz großen Verbraucherprodukten. Der Wettlauf um Alltags-KI läuft nicht mehr über Demos, sondern über Reichweite.

Nvidia veröffentlicht das offene Modell Nemotron 3.5 Lightning

Nvidia hat ein neues Open-Source-Modell namens Nemotron 3.5 Lightning freigegeben.

Offene Gewichte sollen Entwickler an Nvidias Ökosystem binden, während der Wettbewerb mit China um KI-Modelle schärfer wird. Wer offene Modelle liefert, setzt mit den Standards.

Mutmaßlich chinesische Hacker greifen taiwanische Behörden mit KI-Agenten an

Angreifer, die China zugerechnet werden, sollen erstmals KI-Agenten gegen taiwanische Regierungsseiten eingesetzt haben.

Die Software soll Angriffspfade selbst sortieren, statt jeden Schritt von Hand. Das macht den Angriff schneller und schwerer vorherzusehen.

Wissenschaft

Stanford-Forscher lassen KI einen Bakterienkiller entwerfen

Forscher in Stanford haben mit künstlicher Intelligenz einen Virus entworfen, der Bakterien tötet.

Die Natur macht das seit Jahrmilliarden mit Bakteriophagen. Die KI soll diese Logik schneller nutzbar machen, etwa gegen Keime, gegen die Antibiotika nicht mehr greifen.

Astronomen finden einen "Schwarzes-Loch-Stern"

Astronomen berichten von einem neuen Himmelsobjekt, das sie als Schwarzes-Loch-Stern beschreiben.

Es könnte erklären, wie im frühen Universum so schnell so große schwarze Löcher entstanden. Wenn die Deutung hält, füllt das eine Lücke in der Kosmologie.

Eine Infusion veränderter Immunzellen löscht Nierenkrebs bei einem Jungen

Eine einzige Infusion gentechnisch veränderter Immunzellen hat bei einem Jungen den Nierenkrebs zum Verschwinden gebracht.

Die Behandlung ist noch experimentell. Sie zeigt aber, dass zelluläre Therapien auch bei soliden Tumoren im Kindesalter greifen können.

Ebola in der DR Kongo: mehr als 2.000 Tote

In der Demokratischen Republik Kongo sind bei einem Ebola-Ausbruch mehr als 2.000 Menschen gestorben.

Gleichzeitig laufen Impfstoffversuche. Die Zahl zeigt, wie schwer der Ausbruch noch zu stoppen ist, während die Forschung parallel nach einem besseren Schutz sucht.

Fossil zeigt: Früher Säugerverwandter gebar lebende Junge

Ein Fossil legt nahe, dass ein früher Cynodonte – ein Vorläufer der Säugetiere – bereits lebende Junge zur Welt brachte, statt Eier zu legen.

Das verschiebt die Geschichte der Fortpflanzung. Was man Säugetieren als Besonderheit zuschreibt, könnte älter sein als gedacht.

Mini-Mikroskop zeigt Hirnzellen in Bewegung

Ein winziges Mikroskop lässt Forscher Hirnzellen beobachten und steuern, während sich ein Tier ganz normal bewegt.

Bisher sah man vieles nur im starren Versuchsaufbau. Jetzt wird sichtbar, was im Gehirn passiert, wenn jemand wirklich läuft oder greift.

Neues Mittel gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs verdoppelt fast die Überlebenszeit

Ein neues Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs hat in einer Studie die Überlebenszeit fast verdoppelt.

Diese Krebsart gilt als besonders hartnäckig. Eine Verdopplung wäre ein echter Fortschritt, vorausgesetzt größere Studien bestätigen das Ergebnis.

Gentests bei Neugeborenen auf Krebsrisiko: Chance und Streit

Forscher prüfen, ob man Neugeborene auf erbliche Krebsrisiken testen sollte.

Frühe Hinweise können Leben retten, werfen aber Fragen nach Datenschutz, Fehlalarmen und dem Recht auf Nichtwissen auf. Ob das zum Standard wird, ist noch offen.